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Kein Wasser aus der Gemeinde Larochette

 

Wie bereits in der Geschichte über den Bau der Wasserversorgung erzählt, brachten wir das Trinkwasser aus Larochette mit einem Wassertank hinter einem Traktor nach Kengert.

 

Das ging viele Jahre ohne Probleme gut, bis wir die offizielle Campingerlaubnis vom Ministerium bekamen. Wir hatten einen Antrag bei der Gemeinde für die Aufstellung eines Hinweisschildes an der Kreuzung in Larochette gemacht. Es gab dort schon ein Schild für den damals Gemeinde-eigenen Campingplatz.   Bei der Tagung des Gemeinderates wurde dies diskutiert, Robert saß dabei im Besucherbereich. Der Bürgermeister, von dem Robert übrigens einst gewann beim Schachspiel, war dagegen, nur der Gemeinde-eigene Campingplatz sollte ein Schild haben.

 

Rat Gansen fragte Robert um weitere Erklärungen: "Wir haben eine offizielle Campingerlaubnis und zahlen seit mehreren Jahren 4000 Franken Beitrag im Fremdenverkehrsverein Larochette, haben wir dann kein Recht auf ein Schild?". Bürgermeister Ginter fand jedoch, dass Robert das Wort nicht bekommen sollte und verbot ihm weiterhin etwas zu sagen, er durfte nur noch zuhören, und würde sonst dem Saal entfernt werden!

Dennoch wurde beschlossen, ein Schild zu genehmigen, nicht an der Straße, aber an der Kirche, vom Auto aus nicht zu sehen. Robert ging enttäuscht nach Hause.

 

Danach nahmen wir Kontakt auf mit der Gesellschaft "Cegedel" und den "Ponts et Chaussées" (die Verwaltung von Brücken und Straßen), um ein Schild auf einem verlassenen Strommast der "Cegedel" anzubringen. Dafür wurde uns die Erlaubnis erteilt.

Nun aber gab es kein Halten mehr! Der Gemeindebote "Bum" kam, um uns offiziell zu erklären: "kein Wasser mehr von Larochette." Am nächsten Tag: Telefon von der Cegedel, bitte nehmen Sie das Schild wieder ab, wir werden hiermit zu viel in unserer Arbeit gestört. Schade, aber wir dankten ihnen doch für die Mühe.

 

Was nun? Wir fuhren mit dem Traktor zu unserer Gemeinde Medernach, erhielten sofort Wasser mit einem Feuerwehrhydranten. Als wir eine Stunde später zurückkamen für einen zweiten Tank wurde uns das Wasser verweigert. Eine Gemeinde Arbeiter verriet uns, dass es einen Anruf aus Larochette gegeben hatte!

 

Umgedreht, Richtung Aechelbur mit großem Wasseranschluss von Nommern. Familie Krack gab uns Zugang zu dem Hydranten auf ihrem Hof. Ein paar Stunden später waren wir wieder da für einen weiteren Tank.

 

Madame Krack stürzte auf uns zu, sehr aufgeregt, sagte uns, sie könne uns kein Wasser mehr geben, sonst würde es ihnen abgeschlossen.

 

Robert entschied sich sofort, über Nommern Richtung Mersch nach Gaichel / Arlon zu fahren, um jenseits der belgischen Grenze um Wasser zu bitten.  Mitten auf der Straße in Nommern stand jedoch Herr Miny vor seinem Café. Stopp! Du brauchst Wasser? Du kannst von mir welches kaufen zum gleichen Kubikmeter Preis wie bei der Gemeinde, ich habe einen eigenen Brunnen und Leitung, und sonst läuft es doch nur weg. Gerettet!

 

Inzwischen waren unsere Gäste mit 35 Autos und Schildern in Larochette demonstrieren und protestieren: "Wir wollen Wasser". Die Menschen jubelten, aber die Behörden waren sauer.

In Nommern, wo das Füllen des Tanks mehr als eine Stunde dauerte wegen dem dünnen Rohr, wusste Robert derweil nichts. Erst gegen Abend kam er mit dem Tank und Traktor wieder nach Hause. Am Eingang des Campingplatzes lagen die Schilder aus Hartfaserplatten und Karton. Da hörte er erst, was vorgefallen war.

 

Aber es war noch mehr geschehen, wie Gemeindebote Bum vertraulich erzählte. Bürgermeister Ginter hatte die Spezialeinheit der Polizei in Luxemburg, die "Sûreté" angerufen, diese kamen mit zwei Autos nach Larochette um Robert zu überführen.  Sie kamen aber zu spät, sahen keine Demonstration mehr, fuhren wegen dem Camping-Schild auf den falschen Campingplatz, dort wusste niemand was und enttäuscht sind sie nach Luxemburg Stadt zurückgekehrt.

 

Ein treuer Freund, Jacques Scharlé von Larochette, ist noch am gleichen Tag als Ratsmitglied zurückgetreten! Viele Geschehnisse an einem Tag ...

 

Einige Jahre haben wir das Wasser von Miny bekommen, dann die Wasserleitung nach Medernach-VIDA gebaut und für die Dauer von 30 Jahren in Betrieb genommen. Der nächste Schritt kam 2002, um die Wasserversorgung zu erweitern, den Bau einer neuen Pumpenstation und die Anbindung an die Hauptwasserversorgung von Medernach.

 

Bürgermeister Ginter verstarb 2010, in all diesen Jahren haben wir kein Wort mehr mit ihm gewechselt.

 

 


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